Delivery Hero: Rekordumsatz von 12,8 Mrd. Euro, aber 900 Mio. Verlust!
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Delivery Hero: Rekordumsatz von 12,8 Mrd. Euro, aber 900 Mio. Verlust!
Delivery Hero SE steht vor einer entscheidenden Phase mit einem Rekordumsatz von 12,8 Milliarden Euro in 2024, aber anhaltenden Verlusten von 0,9 Milliarden Euro und einer operativen Marge von -3,7 %. Der globale Online-Liefermarkt bietet mit einem prognostizierten Wachstum von 10-15 % jährlich bis 2032 enormes Potenzial, insbesondere in der MENA-Region und Lateinamerika, wo das Unternehmen Marktführer ist. Kurzfristig (6-12 Monate) könnten Quartalsergebnisse am 28. August und der Anteilsverkauf von Prosus den Aktienkurs (aktuell 22,43 Euro) beeinflussen, während regulatorische Kosten wie bei Glovo (Rückstellungen 440-770 Millionen Euro) belasten. Langfristig (3-5 Jahre) wird ein Umsatzwachstum von 13,9 % jährlich erwartet, mit Profitabilität bis 2026 möglich. Technologische Innovationen in KI und Quick-Commerce sind zentrale Treiber, doch Wettbewerb, geopolitische Risiken und Marktsättigung in Europa bleiben Herausforderungen. Analysten sehen Potenzial (Kursziele 30,50-55 Euro), aber die Balance zwischen Expansion und Kostenkontrolle wird entscheidend sein.
Marktentwicklung
Stellen Sie sich vor, Sie bestellen mit einem Klick Ihr Lieblingsessen, während hinter den Kulissen ein globales Netzwerk aus Technologie, Logistik und Innovationen arbeitet, um Ihre Mahlzeit pünktlich zu liefern. Genau hier setzt Delivery Hero SE an, ein DAX-Unternehmen, das sich in der dynamischen Welt der Online-Bestelldienste einen Namen gemacht hat. Mit Präsenz in rund 40 Ländern – von Asien über Europa bis Lateinamerika – ist das Unternehmen ein Schlüsselfaktor in einem Markt, der durch Digitalisierung und veränderte Konsumgewohnheiten boomt. Doch wie sieht die Zukunft für Delivery Hero aus, wenn man Branchenwachstum, Trends und die Herausforderungen in globalen sowie regionalen Märkten betrachtet?
Der Online-Lebensmittelmarkt wächst rasant, angetrieben durch die steigende Nachfrage nach Bequemlichkeit und die zunehmende Digitalisierung. Prognosen zeigen, dass der globale Markt für Essenslieferdienste bis 2030 ein Volumen von über 400 Milliarden Euro erreichen könnte, mit jährlichen Wachstumsraten von etwa 10 %. Delivery Hero profitiert von diesem Trend, da das Unternehmen mit Marken wie Foodpanda, Talabat und PedidosYa in verschiedenen Regionen stark positioniert ist. Laut aktuellen Daten von Statista beliefen sich die Umsatzerlöse des Unternehmens 2024 auf mehrere Milliarden Euro, aufgeteilt nach Geschäftsbereichen wie Plattformdiensten und eigenen Lieferservices. Für detaillierte Einblicke in die Umsatzverteilung lohnt sich ein Blick auf die Statista-Analyse, die die finanziellen Segmente des Unternehmens transparent aufschlüsselt. Dieses Wachstum spiegelt nicht nur die steigende Akzeptanz von Online-Bestellungen wider, sondern auch die Fähigkeit von Delivery Hero, sich in einem hart umkämpften Markt zu behaupten.
Ein Blick auf die Trends zeigt, dass Innovationen wie künstliche Intelligenz und Datenanalyse zunehmend die Branche prägen. Delivery Hero investiert massiv in Technologien, um Lieferzeiten zu optimieren, Kundenpräferenzen besser zu verstehen und personalisierte Angebote zu erstellen. Gleichzeitig steht der Fokus auf Nachhaltigkeit: Verpackungslösungen und effizientere Lieferketten sollen den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Diese Entwicklungen sind entscheidend, da Verbraucher nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Verantwortungsbewusstsein von Unternehmen erwarten. Hinzu kommt der Trend zu bargeldlosen Zahlungen, der in vielen Märkten – insbesondere in Asien und Europa – die Nutzerfreundlichkeit erhöht und Transaktionen beschleunigt. Solche Anpassungen an moderne Konsumgewohnheiten könnten Delivery Hero einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, insbesondere in Regionen mit hoher Smartphone-Penetration.
Auf globaler Ebene steht das Unternehmen vor einer komplexen Landschaft. In Asien, wo Märkte wie Indien und Südostasien enormes Potenzial bieten, ist die Konkurrenz durch lokale Anbieter und internationale Player wie Uber Eats oder Grab besonders intensiv. Lateinamerika, angeführt durch die Marke PedidosYa, zeigt ebenfalls starkes Wachstum, doch wirtschaftliche Instabilität und logistische Herausforderungen bremsen die Expansion. Im Nahen Osten und Nordafrika punktet Delivery Hero mit Talabat, muss jedoch kulturelle Unterschiede und regulatorische Hürden meistern. Europa hingegen bleibt ein gesättigter Markt, in dem Margen durch hohen Wettbewerb und strenge Arbeitsgesetze unter Druck stehen. Aktuelle Finanzkennzahlen, abrufbar auf Börsennews.de, verdeutlichen diese Herausforderungen: Mit einem aktuellen Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,41 erscheint die Aktie unterbewertet, doch ein negatives Kurs-Gewinn-Verhältnis von -5,78 signalisiert anhaltende Verluste, basierend auf einem Fehlbetrag von -0,9 Milliarden Euro im Jahr 2024.
Regional betrachtet zeigt sich ein gemischtes Bild. In Schwellenländern treibt die wachsende Mittelschicht die Nachfrage nach Lieferservices, doch die Skalierung bleibt teuer und risikobehaftet. In etablierten Märkten wie Deutschland oder Großbritannien liegt der Fokus auf Effizienzsteigerung und Kundenbindung, da das Wachstumspotenzial begrenzt ist. Delivery Hero muss hier mit innovativen Zusatzangeboten punkten, etwa durch Point-of-Sale-Systeme oder Werbedienstleistungen für Gastronomiebetriebe, um sich von Mitbewerbern abzuheben. Gleichzeitig bleibt die Anpassung an lokale Präferenzen entscheidend – ein einheitliches Modell funktioniert nicht in einer Welt, in der Essgewohnheiten und Zahlungsvorlieben so unterschiedlich sind.
Marktposition und Wettbewerb
In einer Welt, in der der Wettbewerb nur einen Klick entfernt ist, hängt der Erfolg von Unternehmen wie Delivery Hero SE davon ab, wie geschickt sie ihre Position im Markt behaupten. Mit einem Rekordumsatz von fast 12,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 und Aktivitäten in über 70 Ländern weltweit hat sich der DAX-Konzern als ernstzunehmender Akteur im Bereich der Online-Essenslieferdienste etabliert. Doch wie steht es um den Marktanteil, wer sind die stärksten Konkurrenten, und welche Vorteile könnten Delivery Hero in diesem hart umkämpften Sektor nach vorne bringen?
Beginnen wir mit der Marktposition: Delivery Hero hält in mehreren Regionen bedeutende Anteile, insbesondere in Asien und der MENA-Region. Mit einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro in Asien und über 3,5 Milliarden Euro im Nahen Osten und Nordafrika zeigt sich die Stärke in Schlüsselmärkten wie Südkorea, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Südkorea etwa konnte die Tochtermarke Baemin ihren Marktanteil trotz intensiven Wettbewerbs halten, wie aktuelle Marktdaten belegen. Analysten von UBS unterstreichen dieses Potenzial und vergeben eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 55 Euro, gestützt auf zweistelliges Wachstum in der Region. Weitere Einblicke in diese Entwicklungen bietet die Analyse auf 4investors.de, die die strategischen Perspektiven des Unternehmens detailliert beleuchtet. In Europa hingegen fällt der Umsatz mit 1,9 Milliarden Euro geringer aus, was auf gesättigte Märkte und den Rückzug aus Deutschland zugunsten von Just Eat Takeaway.com zurückzuführen ist.
Ein genauerer Blick auf die Konkurrenz zeigt, dass Delivery Hero in einem Umfeld agiert, das von globalen Giganten und lokalen Playern gleichermaßen geprägt ist. Uber Eats und DoorDash dominieren in Nordamerika und drängen zunehmend in andere Regionen, während Just Eat Takeaway.com in Europa – insbesondere in Deutschland mit Lieferando – eine starke Position innehat. In Asien stellen Unternehmen wie Grab und Meituan harte Gegner dar, die durch ihre Integration in Super-Apps und aggressive Preispolitik punkten. Besonders in Schwellenländern sind zudem lokale Anbieter eine Herausforderung, da sie oft besser auf kulturelle und kulinarische Besonderheiten eingehen können. Diese Vielfalt an Wettbewerbern zwingt Delivery Hero, flexibel zu bleiben und sich durch Innovation und regionale Anpassung abzuheben.
Wo liegen nun die Stärken, die dem Unternehmen einen Vorsprung verschaffen könnten? Ein zentraler Pluspunkt ist die breite geografische Diversifikation. Mit Präsenz in über 70 Ländern kann Delivery Hero Risiken streuen und von Wachstumsmärkten profitieren, während andere Regionen stagnieren. Hinzu kommt die Fähigkeit, starke lokale Marken wie Talabat oder PedidosYa aufzubauen, die tief in ihren jeweiligen Märkten verwurzelt sind. Technologische Innovationen spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle: Investitionen in KI und Datenanalyse ermöglichen optimierte Lieferrouten und personalisierte Kundenansprache, was die Effizienz steigert und die Nutzerbindung fördert. Für weitere Details zur Unternehmensstruktur und Marktpräsenz bietet sich ein Blick auf die umfassenden Daten bei Statista an, die einen tiefen Einblick in die globale Reichweite von Delivery Hero gewähren.
Ein weiterer Vorteil liegt in der strategischen Fokussierung auf wachstumsstarke Regionen wie die MENA-Region, wo Goldman Sachs ein erhebliches Potenzial sieht und ebenfalls eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 39 Euro ausspricht. Die Fähigkeit, Partnerschaften mit Gastronomiebetrieben einzugehen und Zusatzservices wie Point-of-Sale-Systeme anzubieten, stärkt zudem die Bindung zu Geschäftskunden. Dennoch bleibt der Wettbewerbsdruck hoch, und die Margen sind in vielen Märkten dünn. Delivery Hero muss daher weiterhin in Skaleneffekte investieren und gleichzeitig die Kostenstruktur im Blick behalten, um profitabel zu wachsen.
Interessant wird es auch, wie sich die Aktie mit einem aktuellen Kurs von 22,43 Euro und einem Plus von 2,09 % entwickelt, insbesondere angesichts der positiven Analysteneinschätzungen. Die Frage ist, ob das Unternehmen es schafft, die Erwartungen zu erfüllen und seine Marktanteile in den Kernregionen weiter auszubauen, während es den Spagat zwischen Innovation und Kostenkontrolle meistert.
Leistungskennzahlen
Zahlen lügen nicht, und wenn es um die finanzielle Gesundheit von Delivery Hero SE geht, bieten sie einen unverblümten Blick auf die Leistungsfähigkeit des DAX-Konzerns. Hinter den Kulissen eines global agierenden Online-Lieferdienstes verbergen sich beeindruckende Umsätze, aber auch Herausforderungen bei Gewinn und Margen. Wie steht es um die zentralen Finanzkennzahlen wie Umsatz, EBITDA und Bilanzstruktur, und was bedeuten diese für die Zukunft des Unternehmens?
Beginnen wir mit dem Umsatz, der 2024 einen Rekordwert von fast 12,8 Milliarden Euro erreicht hat. Diese Zahl markiert einen deutlichen Sprung im Vergleich zu den Vorjahren und unterstreicht die starke Marktposition in über 70 Ländern. Regional betrachtet steuert Asien mit etwa 4,1 Milliarden Euro den größten Anteil bei, gefolgt von der MENA-Region mit über 3,5 Milliarden Euro und Europa mit 1,9 Milliarden Euro. Besonders starke Umsätze generiert Delivery Hero in Ländern wie Südkorea, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wer die historische Entwicklung nachvollziehen möchte, findet bei Statista eine detaillierte Übersicht der Umsatzzahlen von 2013 bis 2024, die das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens verdeutlicht.
Trotz dieser beeindruckenden Umsatzentwicklung bleibt die Gewinnsituation angespannt. Im Jahr 2024 verzeichnete Delivery Hero einen Fehlbetrag von rund 0,9 Milliarden Euro, was sich in einem negativen Kurs-Gewinn-Verhältnis von -5,78 widerspiegelt. Die hohen Investitionen in Technologie, Expansion und Logistik belasten die Ertragskraft, insbesondere in wachstumsstarken, aber margenschwachen Märkten. Analystenprognosen deuten jedoch auf eine mögliche Wende hin: Für 2025 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33,00 erwartet, was auf eine schrittweise Verbesserung der Profitabilität hindeutet, sofern die Kostenstruktur optimiert wird.
Ein Blick auf das EBITDA – ein Indikator für die operative Leistung vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – zeigt ebenfalls gemischte Signale. Während konkrete Zahlen für 2024 in den aktuellen Berichten noch nicht vollständig verfügbar sind, deuten frühere Daten darauf hin, dass Delivery Hero in einigen Regionen positive operative Ergebnisse erzielt, insbesondere in der MENA-Region. Dennoch bleibt das Gesamt-EBITDA unter Druck, da hohe Betriebskosten und Wettbewerbsinvestitionen die Margen belasten. Die EBITDA-Marge liegt aktuell deutlich unter dem Branchendurchschnitt, was auf die Notwendigkeit hinweist, Skaleneffekte stärker zu nutzen und ineffiziente Märkte zu konsolidieren.
Die Margen insgesamt bleiben ein kritischer Punkt. In gesättigten Märkten wie Europa sind sie durch hohen Wettbewerb und regulatorische Anforderungen dünn, während in Schwellenländern die hohen Aufbaukosten für Infrastruktur und Kundenakquise die Erträge schmälern. Die Bruttomarge wird durch die Kosten für Lieferpersonal – mit weltweit rund 42.900 Mitarbeitenden – und Partnerschaften mit Gastronomiebetrieben weiter belastet. Eine detaillierte Aufschlüsselung der regionalen Umsätze und deren Einfluss auf die Margen bietet Statista, wo die Finanzstruktur des Unternehmens umfassend dargestellt wird. Um langfristig profitabel zu werden, muss Delivery Hero den Spagat zwischen Wachstumsinvestitionen und Kostenkontrolle meistern.
Die Bilanzkennzahlen runden das Bild ab und zeigen sowohl Stärken als auch Risiken. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,41 erscheint die Aktie unterbewertet, was auf ein hohes Umsatzvolumen im Verhältnis zum aktuellen Börsenwert hinweist. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis liegt bei 7,99, ein Rückgang gegenüber 12,33 im Vorjahr, was auf eine verbesserte Cashflow-Generierung hindeutet – unterstützt durch einen Cashflow pro Aktie von 2,14 Euro. Dennoch bleibt die Verschuldung ein Thema, da die hohen Investitionen in neue Märkte und Technologien oft durch Fremdkapital finanziert werden. Die Eigenkapitalquote und die genaue Schuldenstruktur erfordern eine kontinuierliche Beobachtung, um die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern.
Die finanzielle Lage von Delivery Hero wirft also Fragen auf, die nicht allein durch Umsatzwachstum beantwortet werden können. Wie sich die Balance zwischen Expansion und Profitabilität entwickelt, bleibt ein zentraler Punkt für Investoren, ebenso wie die Fähigkeit, operative Margen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu steigern.
Aktienkursentwicklung
Wer den Puls der Börse fühlen möchte, kommt an den Kursschwankungen von Delivery Hero SE nicht vorbei – eine Achterbahnfahrt, die Investoren gleichermaßen fasziniert und herausfordert. Seit der Aufnahme in den DAX im Jahr 2020 hat die Aktie des Online-Lieferdienstes sowohl Höhenflüge als auch tiefe Täler erlebt. Wie hat sich der Kurs historisch entwickelt, wie stark ist die Volatilität, und wo steht Delivery Hero im Vergleich zum breiteren Marktindex?
Ein Rückblick auf die Kursentwicklung zeigt eine bewegte Geschichte. Nach dem Börsengang im Jahr 2017 stieg der Wert der Aktie zunächst stark an, getrieben durch den Boom der Online-Lieferdienste während der Pandemie. Der Höchststand wurde im November 2021 erreicht, als die Aktie zeitweise über 130 Euro notierte. Seitdem ging es jedoch bergab: Der aktuelle Kurs liegt bei 22,43 Euro, was einem Rückgang von über 80 % gegenüber dem Allzeithoch entspricht. Im Jahresverlauf 2024 verzeichnete die Aktie einen Verlust von 12 %, beeinflusst durch Bedenken über die Performance in Asien und gesenkte Prognosen für 2025. Im Vergleich zum Vortag fiel der Kurs um 5,88 %, über die letzten 30 Tage um 18,14 % und im Jahresvergleich sogar um 51,18 %. Derzeit notiert die Aktie nur 2,56 % über dem 52-Wochen-Tief, was die schwierige Lage unterstreicht.
Die Volatilität der Delivery Hero-Aktie bleibt ein zentrales Thema für Investoren. Mit einem Morningstar Uncertainty Rating von „sehr hoch“ spiegelt sich die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung wider. Starke Kursschwankungen sind in dieser Branche keine Seltenheit, da sie von Faktoren wie Wettbewerbsdruck, regionalen Marktverwerfungen und makroökonomischen Unsicherheiten beeinflusst wird. Besonders in den letzten zwei Jahren zeigte die Aktie eine hohe Betawert-Berechnung, was auf eine überdurchschnittliche Empfindlichkeit gegenüber Marktbewegungen hinweist. Dies macht Delivery Hero zu einem riskanten Investment, insbesondere für konservative Anleger, die Stabilität suchen. Für detaillierte Einblicke in die Bewertung und Unsicherheitsfaktoren lohnt sich ein Blick auf die Analyse von Morningstar, die eine Fair-Value-Schätzung von 30,50 Euro und ein No-Meat-Rating für die Aktie liefert.
Im Vergleich zum DAX-Index fällt die Underperformance von Delivery Hero besonders ins Auge. Während der DAX in den letzten Jahren von der wirtschaftlichen Erholung und der Stärke großer Industrie- und Technologieunternehmen profitierte, konnte Delivery Hero nicht mithalten. Im Jahr 2023 lag die Rendite des DAX bei etwa 20 %, während Delivery Hero mit einem deutlichen Minus abschloss. Auch im längerfristigen Vergleich bleibt die Aktie hinter dem Index zurück: Seit dem Höchststand 2021 hat der DAX nur moderate Verluste oder gar Zuwächse verzeichnet, während Delivery Hero massiv an Wert verloren hat. Ein weiterer Vergleichspunkt sind Megatrend-Indizes wie die boerse.de-Megatrend-Aktien, die von 1999 bis 2023 eine beeindruckende Wertsteigerung von 10.000 auf über 3,7 Millionen Punkte erzielten. Delivery Hero, obwohl Teil des Megatrends Digitalisierung, konnte solche langfristigen Gewinne nicht realisieren. Für historische Daten und Vergleiche zu Megatrend-Indizes bietet boerse.de eine fundierte Grundlage zur Analyse der Kursentwicklung.
Die Gründe für diese Diskrepanz liegen auf der Hand. Während der DAX von diversifizierten Unternehmen mit stabilen Cashflows getragen wird, ist Delivery Hero stark von regionalen Wachstumsmärkten und hohen Investitionskosten abhängig. Der Rückzug aus Märkten wie Japan und Thailand sowie Marktanteilsverluste in Südkorea, Hongkong und Singapur haben das Vertrauen der Anleger geschmälert. Zudem fehlt dem Unternehmen laut Morningstar ein wirtschaftlicher Burggraben, was die Aktie anfälliger für Wettbewerbsdruck macht als viele DAX-Konzerne. Dennoch sehen Analysten Potenzial: Mit einer Fair-Value-Schätzung von 30,50 Euro und einem erwarteten Umsatzwachstum von 13,9 % jährlich in den nächsten fünf Jahren könnte sich die Aktie erholen, wenn operative Fortschritte erzielt werden.
Die historische Kursentwicklung und die hohe Volatilität zeichnen ein Bild von Delivery Hero als spekulative Anlage mit erheblichen Risiken, aber auch Chancen. Wie sich die Aktie im Vergleich zum DAX weiterentwickelt, hängt maßgeblich davon ab, ob das Unternehmen seine strategischen Herausforderungen meistert und das Vertrauen der Märkte zurückgewinnt.
Aktuelle Faktoren
Hinter jedem erfolgreichen Unternehmen stehen externe Kräfte und interne Entscheidungen, die den Kurs bestimmen – bei Delivery Hero SE sind es makroökonomische Faktoren wie Zinsentwicklung und Rohstoffpreise ebenso wie die Nachfrage nach Online-Lieferdiensten und die Weichenstellungen des Managements. Für Investoren und Analysten sind diese Elemente entscheidend, um die zukünftige Entwicklung des DAX-Konzerns einzuschätzen. Welche Einflüsse wirken hier, und wie könnten sie die Performance des Unternehmens prägen?
Zunächst zur Zinsentwicklung, die für ein kapitalintensives Unternehmen wie Delivery Hero eine zentrale Rolle spielt. Aktuell liegen die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen bei 3,6 %, und über 80 % der Experten erwarten kurzfristig stabile Konditionen, gestützt durch eine robuste Binnenmarktsituation in der EU und eine Inflationsrate nahe dem 2 %-Ziel der EZB. Mittel- bis langfristig prognostizieren jedoch 60 % der Experten einen Anstieg auf etwa 4 %, bedingt durch geopolitische Spannungen, neue Zölle und hohe Staatsverschuldung. Für Delivery Hero bedeutet dies potenziell höhere Finanzierungskosten, da Expansionen und Investitionen in Technologie oft über Fremdkapital gedeckt werden. Ein detaillierter Blick auf die Zinsprognosen findet sich bei Interhyp, wo monatliche Expertenbefragungen die Entwicklung der Konditionen beleuchten. Steigende Zinsen könnten die ohnehin dünnen Margen weiter belasten, insbesondere in Märkten mit hohem Investitionsbedarf.
Ein weiterer externer Faktor sind die Rohstoffpreise, die indirekt die Betriebskosten beeinflussen. Obwohl Delivery Hero nicht direkt von Rohstoffen wie Öl oder Lebensmitteln abhängig ist, wirken sich steigende Preise für Treibstoffe auf die Lieferlogistik aus, insbesondere in Regionen mit eigenen Fahrerflotten. Aktuelle Daten zeigen, dass die Energiepreise 2024 volatil bleiben, getrieben durch geopolitische Unsicherheiten und schwankende globale Nachfrage. Für das Unternehmen bedeutet dies potenziell höhere Kosten pro Lieferung, was in einem wettbewerbsintensiven Markt schwer an Kunden weitergegeben werden kann. Zudem beeinflussen steigende Lebensmittelpreise die Gastronomiebetriebe, die als Partner von Delivery Hero agieren, und könnten deren Bereitschaft zur Zusammenarbeit oder die Provisionsmodelle belasten.
Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein positiveres Bild. Der globale Markt für Online-Essenslieferdienste wächst weiterhin mit jährlichen Raten von 10-15 %, getrieben durch Urbanisierung, Digitalisierung und eine wachsende Mittelschicht in Schwellenländern. Delivery Hero profitiert von diesem Trend, insbesondere in Asien und der MENA-Region, wo 48 % bzw. 26 % des Bruttowarenwerts 2024 generiert wurden. Prognosen deuten darauf hin, dass die Nachfrage bis 2032 in diesem Tempo ansteigen wird, was dem Unternehmen ein stabiles Umsatzwachstum von durchschnittlich 13,9 % jährlich in den nächsten fünf Jahren ermöglicht. Dennoch bleibt die Nachfrage regional uneinheitlich: Während Schwellenländer hohes Potenzial bieten, stagniert sie in gesättigten Märkten wie Europa, wo nur 18 % des Bruttowarenwerts erzielt werden. Hier müssen innovative Angebote und Kundenbindung die treibenden Kräfte sein.
Entscheidend für die Umsetzung dieser Chancen ist das Management von Delivery Hero. Unter der Führung von CEO Niklas Östberg hat das Unternehmen eine aggressive Expansionsstrategie verfolgt, die zu einer Präsenz in über 70 Ländern führte. Gleichzeitig wurden schwierige Entscheidungen getroffen, wie der Rückzug aus unrentablen Märkten wie Japan und Thailand sowie der Verkauf des deutschen Geschäfts an Just Eat Takeaway.com im Jahr 2019. Das Management setzt stark auf Technologieinvestitionen, insbesondere in KI und Datenanalyse, um Lieferprozesse zu optimieren und personalisierte Kundenerlebnisse zu schaffen. Kritiker bemängeln jedoch, dass die hohen Investitionskosten die Profitabilität belasten – ein Punkt, den das Management durch eine schärfere Fokussierung auf margenstarke Regionen wie den Nahen Osten adressieren muss. Zudem steht die Führung vor der Herausforderung, regulatorische Hürden in verschiedenen Märkten zu meistern und Arbeitsbedingungen für Lieferfahrer zu verbessern, um Reputationsrisiken zu minimieren.
Die Kombination aus externen Faktoren wie Zinsen und Rohstoffpreisen sowie der internen Steuerung durch das Management wird maßgeblich darüber entscheiden, ob Delivery Hero seine Wachstumsziele erreicht. Besonders die Fähigkeit, steigende Kosten zu managen und gleichzeitig die Nachfrage in Kernmärkten zu nutzen, bleibt ein Balanceakt, der genaue Beobachtung erfordert.
Geopolitik
Navigieren in stürmischen geopolitischen Gewässern – das ist die Realität für globale Unternehmen wie Delivery Hero SE, deren Erfolg nicht nur von internen Strategien, sondern auch von internationalen Handelskonflikten, Sanktionen und politischer Stabilität abhängt. Mit einer Präsenz in über 70 Ländern ist der DAX-Konzern besonders anfällig für externe Störungen, die Lieferketten, Märkte und Investitionen beeinflussen können. Welche Risiken ergeben sich aus diesen Faktoren, und wie könnten sie die Zukunft des Unternehmens prägen?
Handelskonflikte stehen ganz oben auf der Liste der potenziellen Bedrohungen. Spannungen zwischen großen Wirtschaftsblöcken wie den USA und der EU oder zwischen den USA und China haben in den letzten Jahren die globale Wirtschaft belastet. Vor der Corona-Krise wurden solche Konflikte als wesentlicher Faktor für die Abschwächung des deutschen Wirtschaftswachstums identifiziert, insbesondere durch Drohungen der USA, Zölle auf europäische Produkte wie Kraftfahrzeuge auf 25 % zu erhöhen. Obwohl sich die Lage 2019 zeitweise entspannte, bleibt die Gefahr von Strafzöllen bestehen, wie aktuelle Analysen zeigen. Eine detaillierte Untersuchung der Auswirkungen solcher Konflikte auf die deutsche Wirtschaft bietet der Wirtschaftsdienst, der verschiedene Szenarien simuliert. Für Delivery Hero könnten Handelskonflikte indirekte Folgen haben: Höhere Zölle oder Handelsbarrieren könnten die Kosten für Technologieimporte oder Logistikausrüstung steigern, während eine allgemeine wirtschaftliche Abschwächung die Kaufkraft der Kunden in Schlüsselmärkten wie Europa oder Asien mindern könnte.
Ebenso kritisch sind Sanktionen, die in geopolitisch angespannten Regionen wie dem Nahen Osten oder Teilen Asiens eine Rolle spielen. Delivery Hero ist in der MENA-Region stark vertreten, wo 26 % des Bruttowarenwerts 2024 generiert wurden, und Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zu den umsatzstärksten Märkten zählen. Sanktionen oder Handelsbeschränkungen, etwa im Kontext des Iran-Konflikts, könnten den Zugang zu diesen Märkten erschweren oder Zahlungssysteme beeinträchtigen. Zudem könnten politische Spannungen in der Region die Logistikketten stören, insbesondere wenn es zu Einschränkungen im Transport oder zu steigenden Treibstoffkosten kommt. Solche Risiken erfordern eine flexible Strategie, um alternative Märkte oder Lieferwege zu erschließen, falls bestimmte Regionen unzugänglich werden.
Politische Stabilität ist ein weiterer entscheidender Faktor, der die Geschäftstätigkeit von Delivery Hero beeinflusst. In Lateinamerika, wo 8 % des Bruttowarenwerts erzielt werden, kämpfen viele Länder mit wirtschaftlicher Instabilität und politischen Unruhen, die sowohl die Nachfrage als auch die Betriebskosten beeinflussen können. In Asien, das 48 % des Bruttowarenwerts ausmacht, variiert die Stabilität stark zwischen Ländern wie Südkorea, das politisch und wirtschaftlich robust ist, und anderen Märkten mit höherem Risiko für Regierungswechsel oder soziale Spannungen. Politische Instabilität kann zu regulatorischen Änderungen führen, etwa in Bezug auf Arbeitsrecht oder Steuern, was die Margen von Delivery Hero belasten würde. Darüber hinaus erhöht Unsicherheit die Zurückhaltung bei Investitionen, wie Simulationen zu Handelskonflikten zeigen, die auch für politische Risiken gelten können.
Die deutsche Wirtschaft selbst, in der Delivery Hero zwar nicht mehr operativ tätig ist, aber als DAX-Unternehmen verwurzelt bleibt, steht ebenfalls unter Druck. Aktuelle Prognosen des DIW deuten auf ein anhaltendes Defizit von mindestens 107,5 Milliarden Euro im laufenden Jahr hin, verschärft durch eine restriktive Finanzpolitik nach dem Zerbrechen der Ampelkoalition. Der DIW-Wochenbericht warnt zudem vor den globalen Auswirkungen von Handelskonflikten, die die Weltwirtschaft und damit auch die Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen wie Delivery Hero verschlechtern könnten. Ein schwächelnder Heimatmarkt könnte das Vertrauen von Investoren in den Konzern weiter schmälern, insbesondere wenn sich die Unsicherheit auf die Finanzmärkte ausweitet.
Die geopolitischen Risiken durch Handelskonflikte, Sanktionen und politische Instabilität bilden eine komplexe Herausforderung für Delivery Hero. Die Fähigkeit des Unternehmens, auf solche externen Schocks zu reagieren, wird entscheidend sein, um das Wachstum in Schlüsselregionen zu sichern und gleichzeitig operative Stabilität zu gewährleisten.
Auftragslage und Lieferketten
Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jede Bestellung über eine App in Sekundenschnelle ausgelöst wird – doch hinter diesem scheinbar reibungslosen Prozess stecken für Delivery Hero SE komplexe Herausforderungen in Bezug auf Auftragsbestand, Lieferengpässe und Produktionskapazitäten. Für den DAX-Konzern, der in über 70 Ländern agiert, sind diese operativen Faktoren entscheidend, um die wachsende Nachfrage nach Online-Lieferdiensten zu bedienen. Wie steht es um diese Aspekte, und welche Auswirkungen könnten sie auf die zukünftige Performance haben?
Zunächst zum Auftragsbestand, der bei Delivery Hero nicht direkt in klassischen industriellen Begriffen gemessen wird, sondern sich auf die Anzahl der Bestellungen über Plattformen wie Foodpanda, Talabat oder PedidosYa bezieht. Im Jahr 2024 verzeichnete das Unternehmen ein Rekordvolumen an Bestellungen, was mit dem globalen Umsatz von fast 12,8 Milliarden Euro korreliert. Diese hohe Nachfrage spiegelt das Wachstum des Online-Liefermarktes wider, der jährlich um 10-15 % zunimmt. Allerdings variiert der Auftragsbestand stark zwischen Regionen: Asien (48 % des Bruttowarenwerts) und die MENA-Region (26 %) zeigen robuste Zuwächse, während Europa (18 %) aufgrund gesättigter Märkte stagnierender ist. Ein Vergleich mit industriellen Daten des Statistischen Bundesamts zeigt, dass der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland im Juni 2024 um 0,2 % gegenüber dem Vormonat und um 6,2 % gegenüber dem Vorjahr zurückging. Für detaillierte Einblicke in solche Trends bietet sich ein Blick auf die Pressemitteilung von Destatis an, die die Reichweite und Entwicklung des Auftragsbestands in verschiedenen Sektoren beleuchtet. Für Delivery Hero bedeutet ein hoher Auftragsbestand eine Chance, aber auch den Druck, die operative Effizienz zu steigern.
Lieferengpässe stellen eine weitere Hürde dar, die sich bei Delivery Hero vor allem auf die Verfügbarkeit von Lieferpersonal und die Logistikkapazitäten bezieht. Mit weltweit rund 42.900 Mitarbeitenden, hauptsächlich in der Lieferung, kämpft das Unternehmen in einigen Märkten mit einem Mangel an Fahrern, insbesondere in urbanen Zentren mit hoher Nachfrage. Zudem können externe Faktoren wie Treibstoffpreissteigerungen oder Verkehrsprobleme die Lieferzeiten verlängern, was die Kundenzufriedenheit beeinträchtigt. In Schwellenländern, wo die Infrastruktur oft weniger entwickelt ist, sind solche Engpässe besonders ausgeprägt, während in etablierten Märkten wie Europa regulatorische Anforderungen an Arbeitsbedingungen die Rekrutierung erschweren. Lieferengpässe wirken sich direkt auf die Fähigkeit aus, den Auftragsbestand effizient abzuarbeiten, und könnten in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu Marktanteilsverlusten führen, wenn Kunden zu schnelleren Anbietern wechseln.
Die Produktionskapazitäten bei Delivery Hero beziehen sich weniger auf klassische Fertigung, sondern auf die Fähigkeit, Bestellungen über digitale Plattformen zu verarbeiten und die Logistik zu koordinieren. Die technologische Infrastruktur des Unternehmens ist hier entscheidend: Investitionen in KI und Datenanalyse zielen darauf ab, Lieferrouten zu optimieren und die Kapazität der Plattformen zu erhöhen, um Spitzenbelastungen – etwa während Feiertagen oder Pandemiephasen – zu bewältigen. Dennoch gibt es Grenzen, insbesondere in der Skalierbarkeit der Lieferflotten. In Regionen mit hohem Wachstum wie Asien oder der MENA-Region muss Delivery Hero kontinuierlich neue Fahrer rekrutieren und Partnerschaften mit Gastronomiebetrieben ausbauen, um die Kapazität an die Nachfrage anzupassen. Ein Vergleich mit industriellen Daten der Deutschen Bundesbank zeigt, dass Auftragsbestände und Kapazitätsengpässe in der Industrie oft Hand in Hand gehen. Weitere Informationen zu solchen Indikatoren finden sich auf der Seite der Deutschen Bundesbank, die detaillierte Einblicke in Auftragseingänge und Bestände bietet. Für Delivery Hero bleibt die Herausforderung, die digitale und logistische Infrastruktur parallel zum Wachstum der Bestellungen auszubauen.
Ein zusätzlicher Aspekt ist die regionale Unterschiedlichkeit in der Kapazitätsnutzung. In gesättigten Märkten wie Europa könnte eine Überkapazität entstehen, wenn das Wachstum der Bestellungen stagniert, während in Schwellenländern die Nachfrage oft die verfügbaren Ressourcen übersteigt. Dies erfordert eine flexible Ressourcenallokation, um ineffiziente Strukturen zu vermeiden und gleichzeitig Wachstumschancen zu nutzen. Zudem könnten externe Störungen wie geopolitische Spannungen oder steigende Betriebskosten die Fähigkeit beeinträchtigen, Kapazitäten schnell anzupassen.
Die Dynamik von Auftragsbestand, Lieferengpässen und Produktionskapazitäten bleibt für Delivery Hero ein zentraler Hebel, um die operative Leistung zu sichern. Wie das Unternehmen diese Herausforderungen in einem globalen und regional vielfältigen Umfeld meistert, wird maßgeblich darüber entscheiden, ob es seine Wachstumsziele erreichen kann.
Innovationen
Tauchen wir ein in die Welt der digitalen Pioniere, wo Delivery Hero SE mit technologischen Fortschritten die Zukunft der Online-Lieferdienste gestaltet. Für den DAX-Konzern, der in über 70 Ländern agiert, sind Innovationen, Patente und Forschungs- sowie Entwicklungsausgaben (F&E) nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern essenzielle Bausteine, um in einem rasant wachsenden Markt die Führung zu übernehmen. Welche Entwicklungen prägen diesen Bereich, und wie könnten sie die langfristige Position des Unternehmens beeinflussen?
Technologische Fortschritte stehen im Mittelpunkt der Strategie von Delivery Hero. Das Unternehmen investiert massiv in künstliche Intelligenz (KI) und Datenanalyse, um Lieferrouten zu optimieren, Lieferzeiten zu verkürzen und personalisierte Kundenerlebnisse zu schaffen. Diese Technologien ermöglichen es, Nachfragespitzen vorherzusagen und Ressourcen effizient einzusetzen, was besonders in urbanen Märkten mit hohem Bestellvolumen entscheidend ist. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Automatisierung interner Prozesse, wie etwa im Treasury-Management. Laut einer Analyse von EY hat Delivery Hero mit der Implementierung der SAP S/4HANA-Plattform und der SAP Analytics Cloud (SAC) eine zentrale Infrastruktur geschaffen, die globale Zahlungsströme transparent abbildet und die Liquiditätsplanung verbessert. Für tiefere Einblicke in diese Digitalisierungsstrategie lohnt sich ein Blick auf die EY-Studie, die die Transformation der Finanzprozesse des Unternehmens detailliert beschreibt. Solche Fortschritte stärken nicht nur die operative Effizienz, sondern auch die Fähigkeit, in einem wettbewerbsintensiven Umfeld schnell zu skalieren.
Im Bereich der Patente zeigt Delivery Hero eine klare Ausrichtung auf den Schutz seiner technologischen Innovationen, auch wenn konkrete Zahlen zu angemeldeten oder erteilten Patenten in den öffentlichen Berichten oft nicht detailliert aufgeführt werden. Der Fokus liegt auf proprietären Algorithmen für Lieferoptimierung und Plattformmanagement, die als geistiges Eigentum einen Wettbewerbsvorteil sichern sollen. Darüber hinaus spielt die Entwicklung von Quick-Commerce-Lösungen eine Rolle, wie sie im Innovation Hub in Berlin-Mitte vorangetrieben werden. Dieser Hub, der seit dem Rückzug von Foodpanda aus Deutschland 2021 eingerichtet wurde, konzentriert sich auf neue Logistik- und Technologielösungen, um ultraschnelle Lieferdienste zu etablieren. Ein Bericht des Supermarktblogs beleuchtet die Aktivitäten dieses Hubs und deutet auf experimentelle Projekte wie den „Pandamarket“ hin, deren genaue Ausrichtung noch unklar ist. Patente in diesem Bereich könnten Delivery Hero helfen, sich gegen Konkurrenten wie Gorillas oder Getir abzugrenzen, insbesondere im aufstrebenden Quick-Commerce-Markt.
Die F&E-Ausgaben sind ein weiterer kritischer Faktor, der die Innovationskraft von Delivery Hero untermauert. Obwohl exakte Zahlen für 2024 nicht öffentlich verfügbar sind, betonen Führungskräfte wie Seda Kavaklipinar, Senior Manager Finance Systems, die Notwendigkeit, in Technologie zu investieren, um mit einem Wachstum von nahezu 100 % pro Jahr Schritt zu halten. Diese Ausgaben decken nicht nur die Entwicklung neuer Plattformfunktionen ab, sondern auch die Integration von KI-gestützten Tools zur Verbesserung der Nutzererfahrung und die Automatisierung von Backend-Prozessen. Ein signifikanter Teil der Investitionen fließt in die Optimierung der Lieferlogistik, um Kosten zu senken und die Margen zu verbessern – ein entscheidender Punkt, da das Unternehmen 2024 einen Fehlbetrag von 0,9 Milliarden Euro verzeichnete. Die hohen F&E-Kosten belasten kurzfristig die Profitabilität, sind jedoch langfristig notwendig, um technologische Führerschaft zu sichern und neue Märkte zu erschließen.
Ein zusätzlicher Aspekt ist die strategische Ausrichtung auf Quick-Commerce, bei der Lieferzeiten auf wenige Minuten reduziert werden sollen. Der Innovation Hub in Berlin dient als Testlabor für solche Konzepte, auch wenn der genaue Fortschritt und die Markteinführung noch unklar sind. Diese Bemühungen könnten Delivery Hero einen Vorteil gegenüber traditionellen Lieferdiensten verschaffen, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten, wo Schnelligkeit ein entscheidender Wettbewerbsfaktor ist. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, solche Innovationen kosteneffizient zu skalieren, insbesondere in Regionen mit geringerer technologischer Infrastruktur.
Die technologischen Fortschritte, der Schutz durch Patente und die hohen F&E-Ausgaben positionieren Delivery Hero als Vorreiter in der digitalen Lieferwirtschaft. Wie weit diese Investitionen in konkrete Wettbewerbsvorteile umgemünzt werden können, hängt davon ab, ob das Unternehmen die Balance zwischen Innovation und finanzieller Nachhaltigkeit findet.
Langfristige Prognose
Blicken wir durch die Kristallkugel der Finanzwelt, um die kommenden drei bis fünf Jahre für Delivery Hero SE zu erahnen – ein Zeitraum, der für den DAX-Konzern sowohl immense Chancen als auch bedeutende Hürden bereithält. Mit einem globalen Fußabdruck in über 70 Ländern steht das Unternehmen an einem Wendepunkt, geprägt von dynamischen Märkten und intensivem Wettbewerb. Welche Perspektiven zeichnen sich ab, welche Treiber könnten das Wachstum beflügeln, und welche Szenarien sind für die Zukunft denkbar?
Der Ausblick für die nächsten drei bis fünf Jahre zeigt ein robustes Umsatzwachstumspotenzial. Analysten prognostizieren ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 13,9 %, was im Einklang mit den Erwartungen für den globalen Online-Liefermarkt steht, der bis 2032 um 10-15 % jährlich wachsen soll und ein Volumen von 300 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Delivery Hero könnte bis 2026 auf EBIT-Basis profitabel werden, mit einer operativen Marge, die bis 2029 auf 1,3 % steigen soll – ein deutlicher Sprung gegenüber der aktuellen Marge von -3,7 % im Jahr 2024. Langfristig strebt das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA von 5-8 % des Bruttowarenwerts (GMV) bis 2030 an. Diese Zahlen, detailliert in der Analyse von Morningstar, unterstreichen das Potenzial für eine finanzielle Wende, sofern operative Effizienz und Kostenkontrolle gelingen.
Zu den zentralen Wachstumstreibern zählt die starke Position in wachstumsstarken Regionen wie dem Nahen Osten und Lateinamerika, wo Delivery Hero Marktführer in mehreren Märkten ist. Im Nahen Osten, der 26 % des GMV 2024 ausmacht, sowie in Lateinamerika mit 8 %, bieten Urbanisierung und eine wachsende Mittelschicht enormes Potenzial. Asien, mit 48 % des GMV, bleibt trotz Rückschlägen in Südkorea, Hongkong und Singapur ein Schlüsselmarkt, der durch hohe Smartphone-Penetration und Digitalisierung angetrieben wird. Ein weiterer Treiber ist die technologische Innovation, insbesondere in KI und Datenanalyse, die Lieferzeiten optimiert und personalisierte Angebote ermöglicht. Zudem könnte der Fokus auf Quick-Commerce, bei dem Lieferungen in Minuten erfolgen, in urbanen Zentren einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Diese Faktoren könnten Delivery Hero helfen, Marktanteile zu sichern und die Nachfrage weiter anzukurbeln.
Dennoch sind verschiedene Szenarien für die kommenden Jahre denkbar, die von externen und internen Entwicklungen abhängen. Im besten Fall (Optimistisches Szenario) gelingt es Delivery Hero, die Margen schneller als erwartet zu verbessern, indem es Skaleneffekte in wachstumsstarken Märkten nutzt und technologische Innovationen kosteneffizient einsetzt. Hier könnte der Umsatz bis 2028 auf über 20 Milliarden Euro steigen, mit einer EBIT-Marge von 2-3 % bereits 2026. Analysten wie UBS (Kursziel 55 Euro) und Goldman Sachs (Kursziel 39 Euro) sehen in diesem Szenario ein starkes Aufwärtspotenzial für die Aktie, die aktuell bei 22,43 Euro notiert. Im Basisszenario, das den aktuellen Prognosen entspricht, wächst der Umsatz gemäß den erwarteten 13,9 % jährlich, mit einer schrittweisen Verbesserung der Profitabilität bis 2026. Die Aktie könnte hier die Fair-Value-Schätzung von Morningstar (30,50 Euro) erreichen, vorausgesetzt, es gibt keine größeren Rückschläge.
Im pessimistischen Szenario könnten jedoch mehrere Risiken das Wachstum bremsen. Der anhaltende Wettbewerbsdruck, insbesondere in Asien, wo Marktanteilsverluste bereits sichtbar sind, sowie geopolitische Unsicherheiten und steigende Betriebskosten könnten die Margen weiter belasten. Sollten Wechselkursentwicklungen oder makroökonomische Abschwächungen die Nachfrage in Schlüsselmärkten dämpfen, könnte das Umsatzwachstum unter 10 % pro Jahr fallen, mit anhaltenden Verlusten bis 2027. Zudem könnten Spekulationen um den Anteilsverkauf des Großaktionärs Prosus, der seinen Anteil von über 25 % auf unter 10 % reduzieren will, den Aktienkurs kurzfristig drücken. Eine detaillierte Analyse dieser Dynamik bietet Lynx Broker, der die potenziellen Auswirkungen auf den Kurs und die Halbjahresergebnisse vom 28. August beleuchtet. In diesem Szenario könnte die Aktie in der Supportzone von 19,69-21,31 Euro verharren oder weiter fallen.
Die kommenden Jahre werden für Delivery Hero von der Fähigkeit abhängen, regionale Wachstumschancen zu nutzen, technologische Vorteile auszubauen und gleichzeitig finanzielle Stabilität zu erreichen. Welches Szenario sich durchsetzt, bleibt eng mit der strategischen Ausrichtung und den externen Marktbedingungen verknüpft, die kontinuierlich beobachtet werden müssen.
Kurzfristige Prognose
Schauen wir in die nahe Zukunft und richten den Fokus auf die nächsten 6 bis 12 Monate für Delivery Hero SE, eine Phase, die für den DAX-Konzern entscheidend sein könnte, um kurzfristige Stabilität zu sichern und langfristige Ziele zu untermauern. In diesem Zeitraum stehen operative Meilensteine, Quartalsziele und die Einschätzungen von Analysten im Vordergrund, während das Unternehmen mit internen und externen Herausforderungen jongliert. Welche Entwicklungen sind zu erwarten, und wie könnten sie den Kurs beeinflussen?
Der Ausblick für die kommenden 6 bis 12 Monate zeigt ein gemischtes Bild mit Potenzial für moderate Erholung, aber auch anhaltenden Unsicherheiten. Delivery Hero hat die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 bestätigt, was auf Stabilität in der Umsatzentwicklung hindeutet, mit einem erwarteten Wachstum im Einklang mit den bisherigen 13,9 % jährlich. Ein zentraler Punkt ist die Veröffentlichung der Quartals- und Halbjahresergebnisse am 28. August, die laut Lynx Broker maßgeblich die Kursentwicklung und die Nachfrage nach Aktienpaketen des Großaktionärs Prosus beeinflussen könnten. Der aktuelle Kurs von 22,43 Euro bewegt sich in einer Handelsspanne mit einer Supportzone bei 19,69-21,31 Euro und einer Widerstandszone bei 27,22-28,28 Euro. Kurzfristig könnte der Kurs durch Spekulationen um den Anteilsverkauf von Prosus, der seinen Anteil von über 25 % auf unter 10 % reduzieren will, belastet werden, auch wenn der Verkauf in großen Paketen an institutionelle Investoren den Markt nicht stark drücken sollte.
Quartalsziele für die kommenden Monate konzentrieren sich auf operative Verbesserungen und regionale Stärke. Delivery Hero strebt an, das Umsatzwachstum in Schlüsselmärkten wie der MENA-Region (26 % des GMV 2024) und Asien (48 % des GMV) zu sichern, während in Europa (18 % des GMV) die Effizienz im Fokus steht. Ein wichtiges Ziel ist die Stabilisierung der Margen, insbesondere nach den Rückschlägen in Asien durch Marktanteilsverluste in Südkorea, Hongkong und Singapur. Zudem plant das Unternehmen, bei der spanischen Tochter Glovo die Lieferfahrer in ein Angestelltenmodell zu überführen, was zu einer Belastung des EBITDA von etwa 100 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 führen wird, aber langfristig regulatorische Risiken mindert. Glovo soll dennoch 2025 ein positives bereinigtes EBITDA erreichen. Für 2024 wurden Rückstellungen für Glovo Spanien in Höhe von 440 bis 770 Millionen Euro angekündigt, um Sozialversicherungsbeiträge, Bußgelder und andere Zahlungen zu decken, wie in einer Analyse von Der Aktionär beschrieben. Diese Rückstellungen könnten kurzfristig die Bilanz belasten, mit ersten Zahlungen oder Bankgarantien ab Q2 2025.
Analystenmeinungen spiegeln eine vorsichtige, aber teilweise optimistische Haltung wider. UBS hält an einer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 55 Euro fest, gestützt durch stabiles Wachstum in Südkorea und anderen asiatischen Märkten. Goldman Sachs sieht ebenfalls Potenzial mit einem Kursziel von 39 Euro, insbesondere in der MENA-Region, und betont, dass Wettbewerbsbedenken bereits im aktuellen Kurs eingepreist seien. Morningstar hingegen bewertet die Aktie mit einem Fair Value von 30,50 Euro und einem „No Moat“-Rating, was auf fehlende nachhaltige Wettbewerbsvorteile hinweist. Die jüngste Kursbewegung, ein Rückgang um 5 % am Montagmorgen aufgrund der Glovo-Rückstellungen, zeigt die Sensibilität des Marktes für operative und regulatorische Nachrichten. Dennoch könnten positive Quartalsergebnisse am 28. August den Kurs in Richtung der Widerstandszone von 27,22-28,28 Euro treiben, sofern das Unternehmen Fortschritte bei der Kostenkontrolle und regionalen Stabilität nachweist.
Ein weiterer Einflussfaktor in den nächsten Monaten ist der geplante Anteilsverkauf von Prosus, der über 12 Monate gestreckt wird. Während dies kurzfristig für Volatilität sorgen könnte, hängt die tatsächliche Auswirkung von der Nachfrage institutioneller Investoren ab, die durch die kommenden Ergebnisse beeinflusst wird. Operativ bleibt die Herausforderung, Lieferengpässe zu bewältigen und die Integration von Technologien wie KI zur Optimierung der Logistik voranzutreiben, um die Kundenzufriedenheit zu sichern.
Die nächsten 6 bis 12 Monate werden für Delivery Hero eine Phase der Bewährung, in der kurzfristige operative Ziele und externe Unsicherheiten die Richtung vorgeben. Wie sich diese Faktoren auf den Kurs und die Wahrnehmung des Unternehmens auswirken, bleibt ein Punkt, der genaue Beobachtung erfordert.
Risiken und Chancen
Begeben wir uns auf eine Reise durch die unsicheren Gewässer der Finanzmärkte, wo Delivery Hero SE mit einer Vielzahl von Marktrisiken, regulatorischen Hürden und verlockenden Expansionspotenzialen konfrontiert ist. Für den DAX-Konzern, der in über 70 Ländern agiert, sind diese Faktoren entscheidend, um die Balance zwischen Wachstum und Stabilität zu finden. Welche Gefahren lauern, welche Hindernisse müssen überwunden werden, und wo liegen die Chancen für zukünftige Erfolge?
Marktrisiken stellen eine ständige Bedrohung für Delivery Hero dar, insbesondere in einem hochkompetitiven Sektor wie dem der Online-Lieferdienste. Der intensive Wettbewerb durch globale Player wie Uber Eats, DoorDash und regionale Anbieter wie Grab oder Meituan übt Druck auf die Margen aus, die ohnehin dünn sind – 2024 lag die operative Marge bei -3,7 %. Besonders in Asien, wo 48 % des Bruttowarenwerts generiert werden, hat das Unternehmen Marktanteilsverluste in Südkorea, Hongkong und Singapur erlitten sowie den Rückzug aus Japan und Thailand vollzogen. Makroökonomische Unsicherheiten, wie Wechselkursschwankungen und eine mögliche Abschwächung der Kaufkraft in Schlüsselmärkten, könnten die Nachfrage dämpfen. Zudem birgt die Volatilität der Aktie, aktuell bei 22,43 Euro mit einer Supportzone von 19,69-21,31 Euro, ein Risiko für Investoren, wie historische Kursdaten der DZ Bank zeigen, die eine enge Bandbreite der KO-Schwellen und Basispreise in den letzten Jahren dokumentieren. Solche Risiken könnten kurzfristig den Kurs weiter belasten, insbesondere bei negativen Quartalsergebnissen oder externen Schocks.
Regulatorische Hürden bilden eine weitere bedeutende Herausforderung, die Delivery Hero in mehreren Märkten zu bewältigen hat. In Europa, wo 18 % des GMV erzielt werden, führen strengere Arbeitsgesetze zu operativen Anpassungen, wie etwa bei der spanischen Tochter Glovo. Hier plant das Unternehmen, Lieferfahrer in ein Angestelltenmodell zu überführen, was das EBITDA 2025 um etwa 100 Millionen Euro belasten wird, aber langfristig rechtliche Risiken mindert. Zudem wurden Rückstellungen für Sozialversicherungsbeiträge, Bußgelder und andere Zahlungen in Höhe von 440 bis 770 Millionen Euro für 2024 angekündigt. In Schwellenländern, insbesondere in der MENA-Region und Lateinamerika, können unvorhersehbare regulatorische Änderungen, wie Steuererhöhungen oder neue Lizenzanforderungen, die Betriebskosten steigern. Solche Hürden erfordern flexible Strategien und oft hohe Investitionen, um Compliance sicherzustellen, was die ohnehin angespannte Profitabilität weiter belastet.
Auf der anderen Seite locken beträchtliche Expansionspotenziale, die Delivery Hero in den kommenden Jahren nutzen könnte. Der globale Online-Liefermarkt wird bis 2032 voraussichtlich jährlich um 10-15 % wachsen und ein Volumen von 300 Milliarden US-Dollar erreichen, was enorme Chancen bietet. Besonders in der MENA-Region (26 % des GMV 2024) und Lateinamerika (8 % des GMV) ist das Unternehmen als Marktführer positioniert, um von Urbanisierung und einer wachsenden Mittelschicht zu profitieren. Asien bleibt trotz Rückschläge ein Schlüsselmarkt mit hoher Smartphone-Penetration, der weiteres Wachstum verspricht. Zudem könnte die Fokussierung auf Quick-Commerce, bei dem Lieferzeiten auf Minuten reduziert werden, in urbanen Zentren einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Finanzielle Flexibilität für solche Expansionen wurde durch die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen im Jahr 2020 mit Bruttoerlösen von bis zu 1,5 Milliarden Euro geschaffen, wie in einer Mitteilung auf 4investors.de dokumentiert. Diese Mittel für allgemeine Unternehmenszwecke und Investitionen könnten den Eintritt in neue Märkte oder die Vertiefung bestehender Positionen unterstützen.
Ein weiterer Aspekt des Expansionspotenzials liegt in der technologischen Innovation, insbesondere in KI und Datenanalyse, die Lieferprozesse optimieren und personalisierte Kundenerlebnisse schaffen können. Solche Fortschritte könnten Delivery Hero helfen, in gesättigten Märkten wie Europa durch Effizienzsteigerungen zu punkten und in wachstumsstarken Regionen schneller zu skalieren. Dennoch bleibt die Herausforderung, diese Expansionen kosteneffizient umzusetzen, insbesondere angesichts der aktuellen Verluste und der Notwendigkeit, regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Die Kombination aus Marktrisiken, regulatorischen Hürden und Expansionspotenzialen zeichnet ein komplexes Bild für Delivery Hero. Wie das Unternehmen diese Herausforderungen navigiert und die Chancen nutzt, wird entscheidend sein, um in einem dynamischen globalen Markt bestehen zu können.
Quellen
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/922866/umfrage/umsaetze-von-delivery-hero-nach-geschaeftsbereichen/
- https://www.boersennews.de/markt/aktien/detail/de000a2e4k43/
- https://de.statista.com/themen/4897/delivery-hero/
- https://www.4investors.de/nachrichten/boerse.php?sektion=stock&ID=182810
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/535828/umfrage/umsatz-von-delivery-hero/
- https://www.boerse.de/aktien/Delivery-Hero-Aktie/DE000A2E4K43
- https://global.morningstar.com/de/aktien/delivery-hero-fair-value-der-aktie-bei-3050-euro-und-kein-wirtschaftlicher-burggraben
- https://www.interhyp.de/zinsen/
- https://www.finanztip.de/zinsentwicklung/
- https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2020/heft/7/beitrag/transatlantischer-handelskonflikt-und-die-deutsche-wirtschaft-auf-die-dauer-kommt-es-an.html
- https://www.diw.de/de/diw_01.c.929852.de/publikationen/wochenberichte/2024_50_2/diw-konjunkturprognose__deutsche_wirtschaft_duempelt_vor_sich_hin_____handelskonflikte_bedrohen_weltwirtschaft.html
- https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/08/PD24_318_421.html
- https://www.bundesbank.de/de/statistiken/konjunktur-und-preise/auftragseingang-und-bestand/auftragseingang-und-bestand-772870
- https://www.supermarktblog.com/2022/04/03/delivery-heros-raetselhafter-innovation-hub-und-edekas-zoegern-im-quick-commerce-markt/
- https://www.ey.com/de_de/insights/consulting/wie-delivery-hero-das-treasury-management-digitalisiert
- https://www.lynxbroker.de/boerse/boerse-kurse/aktien/delivery-hero-aktie/delivery-hero-analyse/
- https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/delivery-hero-es-geht-schlag-auf-schlag-20370969.html
- http://www.dzbank-wertpapiere.de/DQ0C6T
- https://www.4investors.de/nachrichten/dgap-meldung.php?sektion=dgap&ID=68334