Südkorea greift durch: Strenge Regeln für Krypto-Börsen nach Hacks!
Südkoreas virtuelle Vermögenskommission bleibt inaktiv, während neue Haftungsregeln für Krypto-Börsen erwartet werden, um Anleger zu schützen.

Südkorea greift durch: Strenge Regeln für Krypto-Börsen nach Hacks!
In Südkorea hat der Virtual Assets Committee (VAC) seine Aktivitäten eingestellt und es gab seit Mai keine Sitzungen mehr. Dies geschieht in einer Zeit, in der die Regierung plant, strengere Haftungsregeln für Krypto-Börsen einzuführen, um den Schutz der Anleger nach einem Hackingvorfall bei Upbit zu verbessern. Diese neuen Regelungen sollen den Börsen vorschreiben, Verluste von Nutzern durch Hacks oder Systemausfälle zu entschädigen, ohne dass die Nutzer Nachweise für ein Verschulden erbringen müssen. Ein solcher Ansatz ähnelt den Gesetzen in anderen risikobehafteten Branchen in Südkorea, wie crypto.news berichtet.
Die Inaktivität des VAC wird von vielen als Konsequenz der Amtsenthebung von Präsident Yoon Suk-yeol gesehen. Sein Nachfolger, Lee Jae-myung, verfolgt eine andere Krypto-Politik, die einen stärkeren Fokus auf die Zusammenarbeit zwischen den Gesetzgebern und der Financial Services Commission (FSC) legt, während der VAC in den Hintergrund gedrängt wird. Ursprünglich war ein Plan entwickelt worden, der es börsennotierten Unternehmen ermöglichen sollte, bis 2025 in Krypto zu investieren, jedoch wird dieses Vorhaben nun als unwahrscheinlich angesehen.
Neue regulatorische Maßnahmen
Die FSC hat bestätigt, dass strenge Haftungsmaßnahmen in die bevorstehenden Gesetzgebungen für virtuelle Vermögenswerte aufgenommen werden. Der Grundsatz der strengen Haftung verlangt von den Börsen, Nutzer zu entschädigen, auch wenn kein Verschulden nachgewiesen werden kann, ähnlich wie es für traditionelle Finanzinstitute gilt. Die momentanen Vorschriften führen dazu, dass Krypto-Plattformen außerhalb der Zuständigkeit des Electronic Financial Transactions Act fallen, was eine regulatorische Lücke schafft.
Zwischen 2023 und September 2025 berichteten fünf große Börsen von insgesamt 20 Cybervorfällen, die über 900 Nutzer betrafen. Insbesondere Upbit verzeichnete sechs Vorfälle, die 616 Nutzer beeinflussten; Bithumb hatte vier Vorfälle mit 326 Betroffenen und Coinone sah sich drei Vorfällen gegenüber, die 47 Nutzer betrafen. Der Angriff auf Upbit fand am 27. November statt und dauerte 54 Minuten, währenddessen große Mengen an Solana-basierten Münzen auf externe Wallets transferiert wurden.
Regulatoren konnten aufgrund des aktuellen Virtual Asset User Protection Act keine rechtliche Grundlage finden, um die Börsen zu sanktionieren. Die neue Gesetzgebung wird Krypto-Plattformen zwingen, dieselben Sicherheitsstandards wie traditionelle Finanzinstitute einzuhalten. Börsen müssen über angemessenes Personal, Einrichtungen und IT-Infrastruktur verfügen und jährlich ihre Technologiepläne bei den Aufsichtsbehörden einreichen. Die vorgeschlagenen Geldstrafen könnten bis zu 3 % des Jahresumsatzes der Unternehmen betragen.
Industrieerwartungen
Branchenbeobachter erwarten eine zügige legislative Genehmigung, wobei die regierende Partei die Maßnahmen zum Schutz der Anleger unterstützt. Die Börsen bereiten sich darauf vor, ihre Compliance-Strategien an die bevorstehenden regulatorischen Veränderungen anzupassen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Diese proaktive Herangehensweise wird als notwendig erachtet, um das Vertrauen der Anleger in den sicherheitstechnisch riskanten Krypto-Markt wiederherzustellen.